Buridans Esel s. Willensfreiheit.
Der »Esel des Buridan« (in Buridans Schriften wird er nicht erwähnt), der, zwischen zwei gleichen Heubündeln in der Mitte stehend, verhungern müßte, da keines seinen Willen mehr determinieren kann als das andere, ist »vielleicht nur ein (von ihm in seinen mündlichen Vorträgen oder von einem seiner Schüler) besonders drastisch gewähltes Beispiel zur Erläuterung seiner Ansicht von der Unfreiheit der Tiere im Gegensatz zu der Wahlfreiheit des Menschen« (Siebeck, Zeitschr. f. Philos. Bd. 112, S. 204. schon bei ARISTOTELES kommt vor: logos - tou peinôntos kai dipsôntos sphodra men homoiôs de kai tôn edôdimôn kai potôn ison apechontos. kai gar touton êremein anankaion, De coel. II 13, 295 b 33. ferner bei DANTE: »Intra duo cibi distanti e moventi - D'un modo, prima si morria di fame, - Che liber' uomo l'un recasse a' denti« (Paradiso IV).
Vergleiche ferner:
- Buridans Esel (Kirchner, Wörterb. d. phil. Grundbegr.)