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1459. Waffe¹⁾. Säbel²⁾. Schwert³⁾.
Degen⁴⁾. Flamberg⁵⁾.

1) Weapon.
2) Sabre.
3) Sword.
4) Sword.
5) Large battle-sword.
1) Arme.
2) Sabre, sabre courbé; cimeterre.
3) & 4) Épée.
5) Large épée de chevalier, flamberge.
1) Arma.
2) Sciabola, scimitarra.
3) & 4) Spada.
5) Spada.

Waffe ist der allgemeine Ausdruck, der sowohl die Angriffs- wie die Schutzwaffe bezeichnet und als Angriffswaffe in gleicher Weise die Schuß-, wie die Hieb- oder Stichwaffe umfaßt. Säbel, Schwert, Degen, Flamberg dagegen sind Angriffswaffen und zwar Hiebwaffen. Säbel (das Wort ist aus dem Slavischen nach dem Westen gekommen, russ. sablja, poln. szabla, und drang im 15. Jahrhundert in das Frühneuhochdeutsche ein) bezeichnet ursprünglich die große krumme Hiebwaffe, die auch heute noch diesen Namen führt und vorwiegend so genannt wird. Das slav. Wort sablja heißt auch eigentlich „Krummsäbel“. Heute ist der Säbel vor allem die Hauptwaffe der Kavallerie und der berittenen Artillerie und Polizei. Doch wird Säbel auch in der allgemeineren Bedeutung: „große lange Hiebwaffe“ gebraucht, z. B. Offizierssäbel. Schwert ist die lange, breite, zweischneidige Hiebwaffe mit einem Griff, der die Form eines Kreuzes hat. Es wird aber auch in allgemeinerer Bedeutung für die große lange Hiebwaffe gebraucht. „Bis einer, dem die Zeit zu lang, auf ihn den krummen Säbel schwang.“ Uhland, Schwäbische Kunde. „Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben.“ Schiller, Teil II, 2. Degen (frz. dague, mittellat. dagga, ursprünglich: ein Messer mit Handschutz, Dolch) ist die lange, gerade, einschneidige Hiebwaffe und ist vor allem die Ehren- und Standeswaffe, z. B. Offiziersdegen. Auch mit der Zivil-Hofuniform ist das Tragen eines Degens verbunden. Das Schwert dagegen war im Mittelalter das Zeichen des Ritters, das dieser um den Leib gurtete, als Zeichen der Ritterwürde, während der Knappe nur eine kurze Waffe tragen durfte, die er an einem Gurt über die Schulter hing. Das große breite Schlachtschwert des Ritters führte auch den Namen Flamberg, das aus französisch flamberge bei uns eindrang und namentlich seit Körners Leyer und Schwert in der Poesie viel gebraucht wird. Das Wort Flamberg geht zurück auf Floberge oder Froberge; das war der Name des Schwertes, das das Haimonskind Renaud trug. Die Form Flamberg entstand aus Floberge durch Anlehnung an das Wort flambe, Flamme. „Vor deinem Schwerte sinkt der Drache.“ Körner, Leyer und Schwert, Unsere Zuversicht. „Denn was, berauscht, die Leyer vorgesungen, das hat des Schwertes freie Tat errungen.“ Körner, Zueignung zu Leyer und Schwert. „Das höchste Heil, das letzte, liegt im Schwerte.“ Körner, Aufruf. „Stoßt mit an, Mann für Mann, wer den Flamberg schwingen kann!“ Körner, Männer und Buben. „Gib den Flamberg nie aus den Händen in Triumph selbst und Genuß, denn du brauchst ihn aller Enden bis zum letzten Atemschluß. Frieden wirst du nie erkämpfen. Dennoch! Schmück dir Schwert und Schmerz hin und wieder mit Aurikeln und bekränze auch dein Herz.“ Detlev von Liliencron, Spruch, Bunte Beute, 4. Aufl. S. 222. „Und lachend trockne ich mein Schwert an meines Rosses schwarzer Mähne.“ Detlev von Liliencron, Kleine Ballade, Kampf und Spiele, S. 9. Wenn Liliencron vom Flamberg und vom Schwert spricht, so fühlt er sich als der edelgeborne Ritter. Aber als Reiter spricht er vom Säbel: „So rissen die Gascogner aus, vor unserm Säbelschnittgesaus.“ Die Attacke, Kampf und Spiele, S. 41. Mit „Säbel“ bezeichnet er auch die Reiter selbst: „Der Leutnant sammelte den Zug, und als er durch die Säbel fragte, ob keiner wegblieb, keiner fehle, da schnürt es ihm die junge Seele.“ Die Attacke, Kampf und Spiele, S. 42.