628. Gambe¹⁾. Bratsche, Viola²⁾. Violoncello, Cello³⁾. Violine⁴⁾.
Alle hier zusammengestellten Wörter bezeichnen Streichinstrumente, die zusammen das Streichorchester, unter Hinzutritt des Kontrabasses oder der großen Baßgeige ausmachen. Alle genannten Instrumente können aber auch zum Solospiel verwendet werden und sind daher zugleich Konzertinstrumente ersten Ranges Das Wort Gambe, das im 18. Jahrhundert aus ital. viola di gamba bei uns eindrang (ital. gamba, f., Bein, weil die Geige mit den Beinen, mit den Knieen gehalten wurde), bezeichnet eine Kniegeige, und zwar eine kleine Baßgeige. Heute ist das Wort veraltet und durch Cello oder Violoncello vollständig verdrängt. Das Cello ist die kleine Baßgeige, die mit den Knieen gehalten und sitzend gespielt wird, während der Kontrabaß, die große Baßgeige, nur stehend gespielt werden kann. Der Tonumfang des Cellos entspricht etwa dem Bariton der Singstimme, und wie der Baritonsänger durch seinen sympathischen Stimmklang und die Tonlage seiner Stimme sehr beliebt ist, so ist das Cello als Baritonist unter den Streichinstrumenten gleichfalls außerordentlich beliebt. Eine Fülle von Solostücken für Cello ist von den hervorragendsten Komponisten geschaffen worden. Die Bratsche (aus it. viola da braccio, von it. braccio, Arm, und dieses aus lat. brachium, Arm) dagegen ist eine Armgeige, und zwar eine Altgeige, wie sie auch geradezu mit deutscher Bezeichnung genannt wird. Die Violine (deutsch: Geige) stellt dagegen die Oberstimme dar und ist als Konzertinstrument für Solo-, wie für Orchesterspiel von umfassendster Bedeutung, während es Virtuosen auf der Bratsche nur in geringerer Zahl gibt.